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Liebe Gemein­de­bür­ge­rin­nen und Gemeindebürger!

Die Unwet­ter­ka­ta­stro­phen dieses Som­mers haben ein Thema wieder in den Mit­tel­punkt gerückt: den Kli­ma­wan­del. Bereits 2019 mach­ten Bewe­gun­gen wie „Fri­days for Future“ darauf auf­merk­sam und es wurde vie­ler­orts der „Kli­ma­not­stand“ aus­ge­ru­fen oder — in weni­ger alar­mie­ren­der Wort­wahl — wie im Juli 2019 auch in unse­rer Gemeinde ein „Kli­ma­ma­ni­fest“ verabschiedet.

Doch was ist seit­her gesche­hen? Welche der zahl­rei­chen Punkte dieses Mani­fests wurden umge­setzt? Wir haben die kli­ma­po­li­ti­schen Bekennt­nisse der Gemein­de­füh­rung einem Fak­ten­check unterzogen:

Wird bei den Bau­pro­jek­ten das Kli­ma­ma­ni­fest berücksichtigt?
Schon bei den vor­ge­leg­ten Plänen der aktu­el­len Bau­pro­jekte unse­rer Gemeinde war klar, dass auf den Kli­ma­schutz wenig Wert gelegt wurde:

  • Der aus­schließ­lich eben­erdig geplante Neubau des Feu­er­wehr­hau­ses in Sit­ten­dorf stellt ein Maxi­mum an Boden­ver­sie­ge­lung dar.
  • Für den Bau des Nah­ver­sor­gers in Sulz wird eine der letz­ten Grü­n­oa­sen im Orts­kern beschnit­ten. Auf Initia­tive von WWA und SPÖ wurden wenigs­tens die Vor­aus­set­zun­gen für einen mehr­ge­schos­si­gen Ausbau gesetzt.
  • Beim Vor­platz der Volks­schule Sit­ten­dorf wurden ursprüng­lich geplante Baum­pflan­zun­gen zusätz­li­chen Park­plät­zen geop­fert. Selbst bei der Öko-Volks­schule schei­nen Park­plätze wich­ti­ger als Regen­was­ser­re­ten­tion, Mikro­klima und bes­sere Sicht auf die Kinder!
  • In der letz­ten Sit­zung des Gemein­de­rats wurde der Dring­lich­keits­an­trag der WWA, bei aktu­el­len und zukünf­ti­gen Pla­nun­gen auf kli­mare­le­vante Aspekte (Regen­was­ser­re­ten­tion, bio­lo­gi­sche Bau­ma­te­ria­lien, mini­male Boden­ver­sie­ge­lung, Erhalt des Baum­be­stands) Rück­sicht zu nehmen, mit den Stim­men der ÖVP abgelehnt.
  • Bei der neuen Auf­schlie­ßungs­straße in der Stan­gau wurde der Antrag der WWA auf Schaf­fung von Sicker­gru­ben abge­lehnt, statt­des­sen wird das Regen­was­ser über einen neuen Regen­was­ser­ka­nal direkt in den Bach abgeleitet.

Welche Punkte wurden umgesetzt?
Immer­hin wurden in man­chen Berei­chen auch einige kli­mare­le­vante Pro­jekte umge­setzt: So ziert nun end­lich eine Pho­to­vol­ta­ik­an­lage das Dach des Gemein­de­am­tes, eine lang­jäh­rige For­de­rung der WWA. Wei­tere PV-Anla­gen auf Kin­der­gar­ten und Schule sollen folgen.
Ein Elek­tro­auto für den Bauhof, eine E‑Tankstelle und nach­hal­tige Ener­gie­lie­fer­ver­träge wurden beschlos­sen und die Bio­masse-Fern­wär­me­ver­sor­gung in Sulz end­lich fertiggestellt.

Was fehlt?
Seit Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode ver­mis­sen wir aber ein klares Bekennt­nis der Gemein­de­füh­rung zu Umwelt- und Kli­ma­schutz. Es gibt keinen Aus­schuss, der diese viel­fäl­ti­gen Themen behandelt.
Bei zahl­rei­chen im Kli­ma­ma­ni­fest auf­ge­führ­ten Maß­nah­men gibt es kei­ner­lei Fort­schritt: So befin­den sich die in vielen Wahl­pro­gram­men ver­spro­che­nen Rad­wege noch nicht einmal in der Planungsphase.
Unsere Gemein­de­stra­ßen werden viel­fach noch mit Later­nen aus den Sech­zi­ger­jah­ren beleuch­tet, wäh­rend die meis­ten unse­rer Nach­bar­ge­mein­den längst ihre Umrüs­tung auf LED-Beleuch­tung abge­schlos­sen haben.
Die vor­ge­schrie­bene Ener­gie­buch­hal­tung wird zwar geführt, aber kei­ner­lei Akti­vi­tä­ten gesetzt, auf Basis deren Ergeb­nis­sen, nach Ener­gie­ein­spa­rungs­mög­lich­kei­ten zu suchen.
Das „e5“-Programm ist ein geför­der­tes Maß­nah­men­pa­ket zur Moder­ni­sie­rung der Energie- und Kli­ma­schutz­po­li­tik in der Gemeinde. Nach wie vor wird das Vor­ha­ben, eine „e5-Gemeinde“ zu werden, „geprüft“. Mitt­ler­weile seit 6 Jahren …

Fazit:
Trotz man­cher Bemü­hun­gen und umge­setz­ter Punkte gibt es noch viel zu tun, damit die Gemein­de­füh­rung ihr selbst­ge­steck­tes Ziel, „Vor­bild­funk­tion im Bereich Klima- und Umwelt­schutz zu über­neh­men“, erreicht.

Direkte Ein­lei­tung von Regen­was­ser­ka­nä­len unter­stüt­zen das rasche Anstei­gen der Bäche