Die ÖVP hat den Nahversorger für sich entdeckt – Die Fakten
Sie beschreibt in ihrer neuen Ausgabe der ÖVP-Zeitung „Erstes Jahr Nahversorger im Gemeindebetrieb“. Wir freuen uns natürlich, dass auch die ÖVP erkannt hat, dass die wirtschaftliche Schieflage des Nahversorgers für die Gemeindefinanzen nicht länger tragbar ist.
Seit der Übernahme versuchen wir die verantwortlichen Personen davon zu überzeugen, dass man geeignete Maßnahmen treffen muss, um einen wirtschaftlich nachhaltigen Nahversorger betreiben zu können (siehe unsere Aussendung vom März 2024)
Wir erinnern an unseren Newsletter vom 27. November 2024, wo wir bereits den Ergebnis-Voranschlag von minus 150.000 € thematisiert haben. Letztendlich wurde im Rechnungsabschluss daraus ein minus von 200.000 €! Unsere Vorschläge für ein neues Businessmodell sowie Aktivitäten im Bereich Werbung, Marketing & Kommunikation wurden zu diesem Zeitpunkt bestenfalls ignoriert.
Erst seit der Neuaufstellung des Gemeinderats und auf Grund des Drängens der WWA bekamen die Aktivitäten rund um den Nahversorger neuen Wind (Thematisierung im Finanz- und Wirtschaftsausschuss, Implementierung einer Steuerungsgruppe).
Es ist unrichtig, dass ein geplantes Personalmanagement zu den Kosteneinsparungen geführt hat. In Wahrheit waren es eher zufällige Abgänge, die der Kostenexplosion einen Riegel vorschoben. Wie auch immer, wir freuen uns, dass das Thema jetzt offensichtlich an Priorität gewonnen hat. Jetzt sollte man auch ehrlich mit dem Zahlenmaterial bleiben, beträgt doch das Minus für das erste Halbjahr trotz erkennbarer Trendumkehr bereits über 100.000 €!
Was in der Vergangenheit versucht wurde, gesund zu rechnen, wird heute im Hinblick auf das Hybridmodell schlecht gerechnet. Uns sind keine Angebote in der Höhe von 50.000 – 70.000 € bekannt. Die von uns erhobenen Angebote wurden am 21. Juli dem Gemeindevorstand übermittelt. Es gibt zwei Varianten, die zwischen 20.000 und 35.000 € liegen.
Wäre schön, wenn man auch hier endlich bei der Wahrheit bliebe. Seit über einem Jahr empfehlen wir den Umbau auf ein Hybridmodell (längere Öffnungszeiten unter der Woche sowie sonntags durch Selbstbedienung mit Kartenzutritt). Es gibt genug Gemeinden, wo dieses Konzept die einzige Rettung des Nahversorgers war, doch seitens unserer Gemeindeführung wird verzögert, verzögert und verzögert. Am Anfang waren noch alle gegen den Hybrid, jetzt ist man zwar für den Hybrid, aber die Kosten sind das Problem. Für einen Grundstückskauf von über 300.000 € ist aber Geld vorhanden. Man kann manchmal nur noch den Kopf schütteln.
Wir haben dem Gemeindevorstand eine Investitions- und Amortisationsrechnung vorgelegt. Die Investition könnte innerhalb von sechs Monaten verdient werden. Danach würde sich das Minus durch die Steigerung des Umsatzes im Gemeindebudget verringern. Abgelehnt wurde das Hybridmodell durch die bekannten Personen. Also lassen wir wieder ungenutzte Zeit vergehen, denn sonst müsste man ja Ideen der Opposition gutheißen – das geht natürlich nicht! Schade für unsere kleine Gemeinde!
Wir bleiben dran!